Genau diese Frage stellte ich den Studierenden aus dem Talentnetzwerk der Hochschule Fresenius – nach einer kurzen Keynote über Schlagfertigkeit.
Und ich stellte sie nicht aus Höflichkeit, sondern weil ich es wirklich wissen wollte.
Denn gute Kommunikation beginnt nicht beim Senden, sondern beim Zuhören.
Storytelling mit Geheimbotschaft.
Prof. Michael Roslon und ich lernten uns auf dem Büroflur von einem gemeinsamen Geschäftsfreund kennen.
Leicht gemeine Anmerkung am Rande: Sowas passiert im Home-Office nicht!
Michael ist Professor an der Hochschule Fresenius und fragte mich später:
„Können wir nicht ein gemeinsames Projekt zum Thema Brustkrebs machen – das Thema Vorsorge findet bei mir an der Hochschule noch nicht statt.“
Meine Idee war dann die folgende:
Ich hielt eine Keynote vor den Studierenden zum Thema „Schlagfertigkeit“ und packte die Geschichte meiner Erkrankung mit ein. Mein Wunsch: Das Thema Brustkrebs sickert als Geheimbotschaft mit in die Köpfe ein. Oder besser noch: Nicht in den Kopf, sondern in den Bauch.
Wer eine Botschaft transportieren will, braucht ein Momentum der Nahbarkeit, das Menschen freiwillig hereinlassen.
Zahlen bleiben draußen, Geschichten kommen rein.
Dieses Storytelling war mein Beispiel dafür, wie Botschaften rübergebracht werden können.
Im Anschluss fragte ich die Studierenden – diese Gruppe gehörte zum Talentnetzwerk der Hochschule –: „Was ist Euch neben der Schlagfertigkeit noch in Erinnerung geblieben?“
Relativ schnell fiel die Antwort: „Dass ich mich regelmäßig selbst abtaste.“
Diese Antwort hatte ich mir erhofft, denn dann kam mein Arbeitsauftrag:
„Wie muss denn Kommunikation zur Vorsorge aussehen, damit sie EUCH anspricht?“
Danach waren die Studierenden nicht mehr zu stoppen.
Sie diskutierten, dachten quer, brachten ihre eigene Perspektive ein – und entwickelten eine Kampagnenidee mit einem Grundgedanken, der so einfach wie genial ist: „Dann, wenn ich sowieso in der Nähe der Brust bin, muss der Reminder kommen.“
Sie gestalteten KI-Bilder, die die Botschaft auf den Punkt brachten, und fragten mich nach Kontakten.
Als Botschafterin von Pink Ribbon Deutschland war die Verknüpfung für mich leicht und logisch.
Und dann kam der Hammer: Die Düsseldorfer MERKUR SPIEL-ARENA und D.LIVE waren so begeistert von der Idee, dass die Kampagne digital auf den Citylights ausgestrahlt wurde. Als Charity-Projekt!
Das Ergebnis: 100.000 erreichte Sichtkontakte nach nur zwei Tagen.
Was das mit Kommunikation zu tun hat? Alles.
Diese Geschichte zeigt aus meiner Sicht drei Dinge (vermutlich noch mehr, aber wir fokussieren uns ☺).
Aufrichtiges Interesse
Ich habe den Studierenden keine fertige Lösung präsentiert, sondern sie gefragt, wie Kommunikation sie erreicht. IHRE – und zwar nur Ihre – Sicht, Meinung und Expertise war gefragt.
Netzwerk, aber wirklich
Wir lesen viel zum Thema Netzwerken, aber das, was hier passiert ist, trifft es für mich in Gänze. Jeder und jede denkt mit, wirft Kontakte und Expertisen für ein gemeinsames „Was will ich?“ in den Ring und dann kann binnen Tagen (jaaa, all das hat nur ein paar Tage in Anspruch genommen) Großes entstehen.
Ich habe es eben schon angedeutet: Nichts ersetzt echte Begegnungen. Denn wie kam das Ganze überhaupt zustande? Weil Prof. Dr. Michael Roslon und ich uns über meinen Booker Michael Griese auf dem Flur kennengelernt haben. Kein Algorithmus – ein Flur. Ein nicht sonderlich hübscher, aber echter Flur mit echten Begegnungen unter Menschen.
Mein Fazit
Glück im Herzen und die Erkenntnis: Wenn wir jungen Menschen zuhören, statt sie zu beschallen, entstehen Ideen, die 100.000 Menschen erreichen.
(Die Merkur-Arena kündigte weitere Ausstrahlungen auf dem Backstreet-Boys-Konzert an. ☺!)
Das gilt auf der Bühne genauso wie im Meetingraum: Wer sein Publikum ernst nimmt, bekommt mehr zurück, als er je hätte planen können.



